Als mein Verlobter das Geld meines Sohnes wollte, zerbrach unsere Zukunft

Mein Verlobter möchte die Halbwaisenrente meines verstorbenen Mannes nutzen, um seinen Teil der Miete zu bezahlen und ich denke ernsthaft darüber nach, die Verlobung aufzulösen.

Ich bin 38 Jahre alt. Mein Sohn ist 15. Sein Vater starb, als der Junge erst fünf war. Aus diesem Grund erhält mein Sohn monatlich 1.100 Euro Halbwaisenrente, die ich seit einem Jahrzehnt treuhänderisch für ihn verwalte.

Ich gebe ihm die Hälfte als Taschengeld für seine persönlichen Ausgaben und die andere Hälfte spare ich für seine Zukunft. Es ist das Geld von seinem Papa. Es ist absolut kein Einkommen für unsere Haushaltskasse.

Mein Partner und ich sind seit Jahren mit Unterbrechungen zusammen. Wir sind jetzt verlobt und suchen gemeinsam nach einem Haus zur Miete. Er hat drei Kinder, aber nur eines wird dauerhaft bei uns leben. Das Haus, das wir gerne hätten, kostet 2.500 Euro Miete im Monat.

Und so möchte er die Kosten aufteilen:

Er zahlt 950 Euro.

Ich zahle 950 Euro.

Die Halbwaisenrente meines Sohnes zahlt 600 Euro.

Er sagt, wir könnten die restlichen 500 Euro von der Rente sparen. Ich habe ihm gesagt: Auf gar keinen Fall!

Dieses Geld gehört meinem Sohn, nicht uns. Es ist für seine Versorgung und seine Zukunft gedacht, und nicht dazu da, den Haushalt zu subventionieren, damit wir Erwachsenen weniger Miete zahlen müssen.

Mein Verlobter meint, sobald wir verheiratet sind, seien wir eine Familie und alles Geld sollte für die gemeinsamen Ausgaben in einen Topf geworfen werden. Er findet, ich sei egoistisch und altmodisch, weil ich die Rente meines Sohnes strikt von unserem Haushaltsbudget trenne.

Er wirft mir vor, einen Keil zwischen uns zu treiben, wo doch familiäre Einigkeit herrschen sollte. Er erzählte mir sogar, seine Ex-Frau habe heimliche Konten für ihre Kinder geführt, und genau daran sei ihre Ehe gescheitert – weil sie die Kinder über die Partnerschaft gestellt habe.

Dann sagte er etwas, bei dem sich mir regelrecht der Magen umdrehte. Er meinte, mein Sohn könne sich ohnehin kaum an seinen Vater erinnern, also habe das Geld für ihn doch gar keinen sentimentalen Wert.

Es läge nur nutzlos herum, während es uns helfen könnte, uns gemeinsam etwas aufzubauen. Er sagte: „Wenn du mich wirklich lieben würdest, würdest du nicht zulassen, dass das Geld eines toten Mannes zwischen uns steht.“

Mir wird ganz schlecht bei diesem Gedanken. Es fühlt sich an, als würde er das Trauergeld meines Sohnes nur als bequemen Weg sehen, um seine eigenen Rechnungen zu drücken. Als wäre die finanzielle Vorsorge meines verstorbenen Mannes nur eine Art Geheimkasse, um ihm das Wohnen billiger zu machen, während er sein eigenes Einkommen schön für sich behält.

Bin ich im Unrecht, weil ich mich weigere, die Halbwaisenrente meines Sohnes in die gemeinsame Haushaltskasse zu werfen?

Weil ich darauf bestehe, dass das Geld bei meinem Sohn bleibt und ausschließlich für ihn verwaltet wird? Oder ist diese finanzielle Erwartungshaltung ein gewaltiges Warnsignal dafür, dass ich im Begriff bin, jemanden zu heiraten, der den schweren Verlust meines Sohnes als bloße Einnahmequelle für den Haushalt betrachtet?

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