Ich hielt zu meinem Partner bis mein Sohn mir zeigte, was Familie wirklich bedeutet

Bin ich im Unrecht, weil ich zu meinem Lebensgefährten halte, nachdem er meinen Sohn bestraft hat? Mein Sohn wollte Geld dafür haben, dass er seine Schicht auf der Arbeit abgesagt hat, um auf seine Stiefgeschwister aufzupassen.

Ich (36) bin seit zwei Jahren mit meinem Lebensgefährten Thomas (41) zusammen. Er hat drei Kinder im Alter von 6, 12 und 4 Jahren. Ich selbst bringe einen 16-jährigen Sohn namens Felix mit in die Beziehung.

Neulich fiel mein 12-jähriger Stiefsohn Lukas die Treppe hinunter und verletzte sich am Knöchel. Sein Vater und ich mussten mit ihm sofort ins Krankenhaus in die Notaufnahme. Wir brauchten dringend jemanden, der in der Zwischenzeit bei den jüngeren Kindern bleibt. Mein Lebensgefährte sagte meinem Sohn Felix, er solle seine Schicht bei seinem Aushilfsjob im Supermarkt für den Tag absagen und bei seinen Stiefgeschwistern bleiben.

Felix hat diesen neuen Job erst vor ein paar Wochen angefangen. Er spart für seinen Führerschein und braucht das Geld wirklich sehr. Aber Familie ist nun mal Familie, und das war ein absoluter Notfall.

Als wir aus dem Krankenhaus zurückkamen, bat mein Sohn Thomas darum, ihn für das „Babysitten seiner Kinder“ zu bezahlen. Ich muss zugeben, dass Felix nicht das beste Verhältnis zu seinem Stiefvater oder seinen Stiefgeschwistern hat, aber Thomas und ich waren darüber sehr erschrocken. Felix erklärte, dass er eine Schicht bei der Arbeit verpasst habe, wodurch ihm sein Lohn entgangen sei. Deshalb bat er Thomas, ihm diesen Verdienstausfall für seine Zeit zu erstatten.

Mein Lebensgefährte hat ihn daraufhin streng zurechtgewiesen. Er sagte ihm deutlich, dass es kein Babysitten ist, wenn man bei seinen Stiefgeschwistern zu Hause bleibt, und dass er dafür auch kein Geld verdient. Außerdem würde es nicht viel schaden, mal einen Tag bei der Arbeit zu fehlen.

Aber mein Sohn war anderer Meinung und stritt weiter mit Thomas. Er beharrte darauf, dass seine Stiefgeschwister nicht seine Verantwortung seien. Das Ende vom Lied war, dass Thomas ihn bestrafte: Er nahm ihm das Handy sowie den Computer weg und strich sogar seine Geburtstagsfeier, die in ein paar Monaten ansteht.

Felix wehrte sich, sagte, wie ungerecht das alles sei, und bat mich, einzugreifen. Ich habe mich jedoch auf die Seite meines Lebensgefährten gestellt. Es hat mir gar nicht gefallen, dass mein Sohn diesen familiären Notfall zu seinem Vorteil nutzen wollte und dachte, er könnte Geld herausschlagen, wenn er der Familie hilft. Meinem Sohn gefiel meine Haltung in diesem Konflikt überhaupt nicht. Er warf mir vor, ich würde meine Stiefkinder bevorzugen, nur um es mir mit meinem Lebensgefährten nicht zu verscherzen, während ich völlig ignorieren würde, wie schlecht er behandelt wird.

Ich habe den Streit dann beendet, und seitdem redet er kein Wort mehr mit uns. Er weigert sich sogar, mit uns am Tisch zu essen oder bei uns im Wohnzimmer zu sitzen.

Ich wollte ihm doch nur beibringen, dass man in der Familie füreinander da ist und anpackt, ohne eine Bezahlung zu erwarten. Bin ich im Unrecht?

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