Ich bin völlig hin- und hergerissen und frage mich: Bin ich wirklich im Unrecht, weil ich meinen Lebensgefährten nicht mit ins Grundbuch meines neu gekauften Hauses eintragen lasse?
Kurz zu meiner Situation: Ich bin 58 Jahre alt und habe wirklich mein ganzes Leben lang hart gearbeitet und gespart, um mir eine vernünftige Altersvorsorge und ein schönes Eigenheim aufzubauen. Mein Partner und ich sind seit drei Jahren zusammen – eigentlich ein wunderschöner „zweiter Frühling“. Vor Kurzem habe ich dann endlich ein Haus für uns gekauft (Wert ca. 800.000 Euro). Da er sich nicht am Eigenkapital beteiligen wollte oder konnte, habe ich die komplette Anzahlung allein gestemmt und auch den Bankkredit allein auf meinen Namen aufgenommen.
Das Haus läuft im Grundbuch komplett auf mich. Für mich war das eine ganz logische Entscheidung: Wir sind (noch) nicht verheiratet, also bleibt es erstmal mein Eigentum. Falls wir irgendwann doch noch den Schritt vor den Traualtar wagen, habe ich absolut kein Problem damit, das vertraglich anzupassen.
Nun mischen sich aber massiv seine Schwester und seine erwachsene Tochter ein. Sie reden ihm ein, dass ich ihm nicht vertrauen würde, wenn ich ihn nicht ins Grundbuch aufnehme, und dass eine Beziehung ohne blindes Vertrauen keine Basis hätte. Das zerreißt mich, denn ich vertraue ihm ja! Es kriselt ohnehin gerade etwas bei uns, weil seine Familie und ich bei vielen Dingen einfach völlig unterschiedliche Wertvorstellungen haben, was immer wieder zu Spannungen führt.
Als wir das Haus gekauft haben, war das Grundbuch für ihn überhaupt kein Thema. Aber jetzt, wo seine Familie ihm das täglich einflüstert, stellt er mich plötzlich als die Böse dar. Er sagt, seine Schwester habe recht. Er meint, wenn ich wirklich an unsere gemeinsame Zukunft glauben würde, bräuchte ich kein Stück Papier, um mich abzusichern. Er wirft mir vor, ich würde ihn in „seinem eigenen Zuhause“ wie einen bloßen Mieter behandeln und ihm das Gefühl geben, jederzeit austauschbar zu sein. Eine Frau, die ihren Partner wirklich aus vollem Herzen liebt, würde alles bedingungslos teilen.
Ich habe ihm ganz ruhig erklärt: Ich habe das Haus bezahlt. Ich habe dafür gespart. Ich trage gegenüber der Bank das volle Risiko. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich ihn eintragen lasse, sobald wir verheiratet sind. Das tut er als billige Ausrede ab. Eine Ehe sei schließlich auch nur ein Vertrag, und da ich ja schon einen mit der Bank hätte, warum dann nicht auch direkt mit ihm? Er behauptet, meine „Bindungsangst“ würde unsere Beziehung ruinieren und seine Familie sorge sich nur um sein Bestes.
Mittlerweile setzt er mich täglich unter Druck. Es ist jeden Abend das gleiche Streitthema. Er gibt mir das Gefühl, egoistisch, gierig und kontrollierend zu sein – und das nur, weil ich das Vermögen schützen möchte, für das ich mein halbes Leben lang gearbeitet habe.
Soll ich einfach nachgeben und ihn ins Grundbuch eintragen lassen, nur um des lieben Friedens willen und um seine Familie zufriedenzustellen? Es fängt an, mich wirklich mürbe zu machen, und ich zweifle langsam an meiner eigenen Wahrnehmung.
Bin ich hier wirklich im Unrecht? Wie würdet ihr an meiner Stelle handeln?
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