Für Mingda war diese Freundschaft eine willkommene Abwechslung während ihrer Genesung.
Doch die wichtigste Person in ihrem neuen Leben blieb Dr. Chen.
Auch nach Feierabend nahm sich der Tierarzt Zeit für sie.
Er setzte sich zu ihr, streichelte ihr weiches Fell und sprach ruhig mit ihr.
Mingda genoss diese Aufmerksamkeit immer mehr.
Manchmal legte sie sich auf den Rücken, streckte alle vier Pfoten nach oben und ließ sich von ihm den Bauch kraulen.
Für eine Hündin, die so viel Schmerz erlebt hatte, war das ein großes Zeichen von Vertrauen.
Dr. Chen stellte Mingda schließlich auch seiner eigenen Hündin Qiqi vor.
Qiqi hatte bereits eine besondere Rolle bei Mingdas Rettung gespielt.
Während Mingda nach ihrer schweren Verletzung um ihr Leben kämpfte, hatte Qiqi Blut gespendet.
Auch durch diese Hilfe hatte Mingda die notwendige Behandlung erhalten können.
Anfangs zeigte Qiqi wenig Interesse an der neuen Hündin.
Doch mit der Zeit änderte sich das.
Die beiden näherten sich einander an, verbrachten immer mehr Zeit zusammen und wurden schließlich enge Freundinnen.
Bald wirkten sie wie zwei Schwestern, die schon immer zusammengehört hatten.
Und Mingda wurde von Tag zu Tag kräftiger.
Am fünfzehnten Tag nach der Operation rannte sie bereits voller Energie durch die Tierarztpraxis.
Von der schwachen Hündin, die kaum atmen konnte, war immer weniger zu erkennen.
Ihre Augen waren wieder wach und aufmerksam. Sie hatte einen guten Appetit und freute sich über jede kleine Beschäftigung.
Am zwanzigsten Tag zeigte sich noch deutlicher, wie sehr sich ihr Leben verändert hatte.
Mingda wartete nicht mehr einfach darauf, dass Dr. Chen zu ihr kam.
Sie wollte ihn selbst begrüßen.
Sobald sie merkte, dass er da war, versuchte sie aus ihrem Gehege zu kommen und lief ihm mit heftig wedelndem Schwanz entgegen.
Ihre Freude war kaum zu übersehen.
Für Dr. Chen wurde in diesen Momenten immer deutlicher, dass Mingda längst mehr für ihn war als nur eine Patientin.
Er hatte sie in ihrem schlimmsten Zustand gesehen, um ihr Leben gekämpft und jeden kleinen Fortschritt miterlebt.
Und nun begrüßte ihn diese Hündin jeden Tag, als wäre er der wichtigste Mensch auf der Welt.
Schließlich traf er eine Entscheidung.
Dr. Chen adoptierte Mingda und nahm sie bei sich zu Hause auf.
Für die kleine Hündin begann damit ein ganz neues Leben.
Sie musste nicht mehr in einem Behandlungsraum schlafen. Sie hatte jetzt ein eigenes Zuhause, einen Menschen, dem sie vertrauen konnte, und mit Qiqi eine treue Gefährtin.
Die beiden Hunde spielten oft miteinander.
Mingda wurde immer lebhafter und entdeckte ihre verspielte, manchmal freche Seite.
Auch körperlich erholte sie sich weiter.
Die schweren Wunden heilten. Ihre Narben wurden mit der Zeit weniger auffällig und verschwanden zunehmend unter ihrem gesunden, weichen Fell.
Wer sie jetzt sah, konnte sich kaum vorstellen, in welchem Zustand sie einst gefunden worden war.
Auch außerhalb von Jieyang interessierten sich immer mehr Menschen für ihre Geschichte.
Fotos ihrer Genesung wurden geteilt.

Quelle: Paw Love
Auf manchen Bildern kuschelte Mingda mit dem kleinen Ferkel Piggy. Auf anderen war sie bei Spaziergängen mit Dr. Chen zu sehen.
Viele Menschen freuten sich darüber, dass aus der schwer verletzten Hündin wieder ein gesundes, fröhliches Tier geworden war.
Ein Jahr nach jenem schrecklichen Tag im März war Mingda kaum wiederzuerkennen.
Sie war gesund, voller Energie und genoss ihr Leben.
Ihre Augen, die damals vor Schmerzen und Angst kaum noch Hoffnung gezeigt hatten, blickten jetzt aufmerksam und vertrauensvoll in die Welt.
Sie suchte die Nähe ihrer Menschen, spielte mit Qiqi und freute sich über die kleinen Dinge des Alltags.
Was ihr damals angetan worden war, ließ sich nicht rückgängig machen.
Aber diese Erfahrung bestimmte nicht mehr ihr ganzes Leben.
Dank der medizinischen Hilfe und der liebevollen Betreuung hatte Mingda eine zweite Chance bekommen.
Ihre Geschichte zeigt, wie viel ein einzelner Mensch für ein Tier verändern kann.
Dr. Chen hatte Mingda zunächst als schwer verletzte Patientin kennengelernt. Er rettete ihr Leben, begleitete ihre Genesung und schenkte ihr schließlich ein dauerhaftes Zuhause.
Und Mingda bedankte sich auf ihre ganz eigene Weise.
Mit Vertrauen, Zuneigung und einem Schwanz, der kaum stillstehen konnte, sobald sie ihren Menschen sah.
Am Anfang dieser Geschichte stand eine kleine Hündin, die hilflos am Straßenrand lag. Am Ende stand ein glückliches Tier, das endlich wusste, wie sich Liebe und Geborgenheit anfühlen.
Die Medizin hatte Mingdas Leben gerettet.
Doch die Liebe, die sie danach erfahren durfte, gab diesem Leben eine völlig neue Bedeutung.
Und genau das macht ihre Geschichte so besonders.
Quelle: Paw Love


