15 raue Handwerker tauchten nachts auf der Kinderkrebsstation auf – dann hörte die Oberschwester ein Lachen

„Ja.“

„Auf einer kinderonkologischen Station.“

„Ja.“

„Einige davon ohne reguläre Besuchserlaubnis.“

„Das ist richtig.“

Er legte einen Bericht auf den Tisch.

„Sie wissen, welches Risiko das bedeuten kann?“

„Ja.“

„Und Sie wissen auch, dass es klare Zuständigkeiten gibt?“

„Selbstverständlich.“

Der Mann lehnte sich zurück.

„Dann erklären Sie mir bitte, wie so etwas passieren konnte.“

Marlene erzählte die ganze Geschichte.

Sie beschönigte nichts.

Anna hatte die Männer ohne die erforderliche vorherige Zustimmung eingeladen.

Sie selbst hatte den Sicherheitsdienst gerufen und die Situation erst nach Rücksprache mit dem Arzt beruhigt.

Der Leiter hörte aufmerksam zu.

Als Marlene fertig war, fragte er:

„Und was genau möchten Sie jetzt von mir?“

„Dass wir so etwas künftig richtig organisieren.“

Er hob die Augenbrauen.

„Wie bitte?“

„Mit festen Besuchszeiten. Mit Zustimmung der Verantwortlichen. Mit geeigneten Hygieneregeln und klaren Absprachen.“

Sie holte tief Luft.

„Wir haben viele Ehrenamtliche, die unseren Kindern Geschichten vorlesen oder mit ihnen basteln. Warum sollten nicht auch Handwerker kommen dürfen, die ihnen etwas über Motoren zeigen?“

Der Leiter betrachtete sie lange.

„Sie wollen aus diesem Vorfall also ein Besuchsangebot machen?“

„Ja.“

„Das ist eine ungewöhnliche Idee.“

„Das weiß ich.“

Er blätterte durch die Unterlagen.

Dann sagte er:

„Heute Morgen hat sich die Mutter eines anderen Kindes bei uns gemeldet.“

Marlene sah auf.

„Ihre Tochter hat gestern durch die geöffnete Tür mitbekommen, was bei Tim los war. Offenbar hat Anna ihr später ein Bild von den Spielzeugfahrzeugen gezeigt.“

Er legte die Unterlagen beiseite.

„Das Mädchen hat zum ersten Mal seit Tagen gefragt, ob sie selbst wieder etwas basteln darf.“

Marlene schwieg.

„Und Tims behandelnde Ärztin berichtet, dass er heute früh gefrühstückt und anschließend nach einem Schraubenzieher gefragt hat.“

Zum ersten Mal lächelte der Leiter.

„Den bekommt er natürlich nicht einfach so.“

Marlene musste ebenfalls lächeln.

Dann wurde er wieder ernst.

„Ich werde die unbefugte nächtliche Einladung nicht einfach übergehen. Das muss aufgearbeitet werden.“

„Das verstehe ich.“

„Aber Sie dürfen gemeinsam mit dem Sozialdienst und dem Behandlungsteam ein Konzept für begleitete Besuche ausarbeiten.“

Marlene konnte kaum glauben, was sie hörte.

„Wirklich?“

„Ja. Unter einer Bedingung.“

„Welche?“

„Keine fünfzehn Handwerker mehr um drei Uhr morgens auf dem Flur.“

Eine Woche später kamen Schorsch und Heinz wieder.

Diesmal offiziell angemeldet.

Diesmal zur vereinbarten Besuchszeit.

Diesmal mit gereinigten Werkzeugmodellen und einem kleinen Motor aus Kunststoff, den man auseinandernehmen und wieder zusammensetzen konnte.

Tim wartete schon seit dem Mittag.

Als Schorsch das Zimmer betrat, hob er sofort die Hand.

„Chef, wir melden uns zum Dienst.“

Tim grinste.

„Ihr seid zu spät.“

Schorsch sah auf die Uhr.

„Drei Minuten.“

„Vier.“

„Streng bist du.“

„Muss ich sein.“

Heinz lachte.

„Ganz der Vater.“

Schorsch warf ihm einen kurzen Blick zu.

Heinz verstummte.

Erst später erzählte Schorsch ihm, dass dieser Satz weniger wehgetan hatte, als Heinz befürchtet hatte.

Zum ersten Mal seit langer Zeit hatte es sich sogar gut angefühlt, an Markus erinnert zu werden.

Aus dem einen Besuch wurden viele.

Immer kamen nur wenige Männer gleichzeitig.

Manchmal brachte Paul ein neues Holzmodell mit.

Manchmal zeigte Rüdiger auf Bildern, wie man Metall zusammenschweißte.

Heinz erzählte von seinen Jahren als Fernfahrer, von engen Hofeinfahrten, verpassten Familienfeiern und den kleinen Raststätten, an denen er früher seine Pausen verbracht hatte.

Tim stellte unendlich viele Fragen.

„Hast du wirklich mal einen ganzen Lastwagen rückwärts in eine Werkstatt gefahren?“

„Ja.“

„Ohne was kaputtzumachen?“

Heinz grinste.

„Darüber reden wir lieber nicht.“

Tim konnte dann so lachen, dass die Pflegekräfte aus dem Nachbarzimmer neugierig wurden.

Doch es gab auch andere Tage.

Tage, an denen Tim Schmerzen hatte.

Tage, an denen ihm übel war.

Tage, an denen er nicht einmal die Kraft hatte, das kleine Motorrad in die Hand zu nehmen.

Dann setzte Schorsch sich einfach neben sein Bett.

Er redete nicht viel.

Manchmal las er etwas vor.

Manchmal erzählte er von Markus.

Manchmal saßen beide schweigend da.

Einmal entschuldigte Tim sich.

„Heute bin ich langweilig.“

Schorsch sah ihn verwundert an.

„Wieso das denn?“

„Weil ich nichts machen kann.“

Der alte Mann lehnte sich zurück.

„Tim, ich habe vierzig Jahre gearbeitet. Glaub mir, ich weiß eine ruhige Stunde zu schätzen.“

„Aber du bist extra gekommen.“

„Ja.“

„Und jetzt sitzen wir nur hier.“

Schorsch nickte.

„Sieht ganz danach aus.“

Tim drehte den Kopf zu ihm.

„Ist das nicht blöd?“

Schorsch schüttelte langsam den Kopf.

„Weißt du, was an meiner Arbeit früher das Beste war?“

„Die Motoren?“

„Nein.“

„Das Geld?“

„Auch nicht.“

„Was dann?“

„Wenn ich nach Feierabend nach Hause kam und Markus noch wach war.“

Tim sah ihn an.

„Dann saßen wir manchmal einfach auf der Treppe vor der Garage. Er hat mir erzählt, was in der Schule los war, und ich habe ihm zugehört.“

Schorsch räusperte sich.

„Das waren gute Abende. Obwohl wir nichts Besonderes gemacht haben.“

Tim schwieg.

Dann streckte er seine Hand aus.

Schorsch nahm sie.

So saßen sie fast eine Stunde.

Nach einigen Wochen geschah etwas, womit Marlene nicht gerechnet hatte.

Andere Kinder wollten ebenfalls die Werkstattfreunde kennenlernen.

Ein siebenjähriges Mädchen namens Lina hatte gehört, dass die Männer kleine Holztiere bauen konnten.

Ein Junge, der sich nach mehreren Behandlungen kaum noch für etwas interessiert hatte, wollte wissen, ob man einen kaputten Spielzeugkran reparieren konnte.

Eine Mutter fragte, ob ihr Sohn einmal einem echten Mechaniker bei der Arbeit zusehen dürfe.

Das Krankenhaus organisierte daraufhin kleine, betreute Angebote.

Nicht für alle Kinder gleichzeitig.

Nicht ohne Rücksicht auf ihre medizinische Situation.

Aber dort, wo es möglich war, wurden kurze Besuche vereinbart.

Die Werkstattfreunde bauten einen rollbaren Schaukasten mit Werkzeugmodellen und kleinen Fahrzeugen.

Jedes Teil wurde so vorbereitet, dass es gereinigt werden konnte.

Die Männer lernten, sich an die Regeln der Station zu halten.

Heinz beschwerte sich einmal scherzhaft, er habe in vierzig Jahren als Fernfahrer noch nie so viele Formulare ausgefüllt.

Marlene antwortete trocken:

„Dann haben Sie wohl Ihre Fahrtenbücher vergessen.“

Alle lachten.

Sogar Heinz.

Und nach und nach bekam die Station etwas, das Marlene schon lange vermisst hatte.

Gespräche, bei denen es nicht um Medikamente ging.

Fragen, die nichts mit Untersuchungen zu tun hatten.

Und Kinder, die wieder kleine Pläne machten.

Für Tim aber blieb Schorsch der wichtigste Besucher.

Eines Nachmittags fragte er ihn:

„Warum kommst du eigentlich so oft?“

Schorsch saß an seinem Bett und versuchte gerade, ein winziges Rad an einem Modell zu befestigen.

„Weil du sonst mein halbes Werkzeug ruinierst.“

Tim schüttelte den Kopf.

„Nein, ehrlich.“

Schorsch legte das Modell weg.

„Weil ich gern bei dir bin.“

„Wegen Markus?“

Der alte Mann überlegte.

„Am Anfang vielleicht.“

Tim sah auf seine Hände.

„Weil ich so bin wie er?“

„Ein bisschen.“

„Dann bin ich für dich vielleicht nur Ersatz.“

Schorsch spürte einen Stich im Herzen.

Er rückte mit seinem Stuhl näher.

„Nein, Tim.“

Der Junge sah ihn nicht an.

„Markus mochte auch Motoren. Und er war auch krank.“

„Das stimmt.“

„Und du hast mir seine Jacke gegeben.“

Schorsch nickte.

„Ja.“

Dann sagte er etwas, das er selbst erst in diesem Moment richtig verstand.

„Ich vermisse Markus jeden Tag. Daran wird sich nichts ändern.“

Tim blieb still.

„Aber wenn ich zu dir komme, komme ich nicht zu Markus.“

Schorsch legte eine Hand auf die Bettkante.

„Ich komme zu Tim. Zu einem Jungen, der mich ständig verbessert, der besser über Motorräder Bescheid weiß als mancher Erwachsene und der mir gesagt hat, dass mein selbst gebauter Anhänger aussieht wie eine Badewanne auf Rädern.“

Tim musste lachen.

„Tut er auch.“

„Siehst du.“

Schorsch lächelte.

„Markus war mein Sohn. Du bist Tim. Und ich habe euch beide gern. Das eine nimmt dem anderen nichts weg.“

Tim sah ihn lange an.

Dann fragte er:

„Darf ich dich trotzdem manchmal ein bisschen wie einen Opa behandeln?“

Schorsch schluckte.

„Wenn du mich nicht zwingst, diese komischen Kreuzworträtsel zu machen.“

„Versprochen.“

„Dann darfst du.“

Im vierten Monat nach dem ersten Besuch meldete sich Tims Mutter wieder.

Marlene hatte beinahe nicht mehr damit gerechnet.

Die Frau stand eines Vormittags am Stationszimmer.

Sie war Anfang vierzig, sehr blass und hatte dunkle Ringe unter den Augen.

In ihren Händen hielt sie eine kleine Tasche.

„Ich möchte meinen Sohn sehen“, sagte sie.

Marlene erkannte sie sofort.

„Frau Berger.“

Die Frau nickte.

„Ich weiß, dass ich viel zu lange nicht da war.“

Marlene antwortete nicht.

„Ich habe Hilfe bekommen“, erklärte Frau Berger. „Ich war in Behandlung. Ich konnte irgendwann kaum noch aufstehen. Ich habe mich geschämt, weil ich für Tim stark sein wollte und es nicht geschafft habe.“

Ihre Stimme brach.

„Und je länger ich nicht gekommen bin, desto mehr Angst hatte ich, dass er mich nicht mehr sehen will.“

Marlene betrachtete sie ruhig.

Sie wusste, dass Überforderung und seelische Erkrankungen Menschen schwer aus der Bahn werfen konnten.

Aber sie wusste auch, wie sehr Tim gelitten hatte.

„Er hat jeden Tag nach Ihnen gefragt“, sagte sie.

Frau Berger presste die Hand auf ihren Mund.

„Ich weiß.“

„Er braucht Verlässlichkeit. Keine großen Versprechen, die Sie vielleicht nicht halten können.“

Die Mutter nickte unter Tränen.

„Ich möchte es wenigstens versuchen. Richtig diesmal.“

Nach einem Gespräch mit dem Behandlungsteam durfte sie zu Tim.

Marlene begleitete sie bis zur Tür.

Als Tim seine Mutter sah, sagte er zunächst nichts.

Er hielt nur das kleine Motorrad fester.

Seine Mutter blieb neben dem Bett stehen.

„Hallo, mein Schatz.“

Tim schaute sie an.

„Warum warst du so lange weg?“

Die Frau begann zu weinen.

„Weil ich nicht mehr wusste, wie ich mit allem umgehen soll.“

„Ich hatte Angst.“

„Ich weiß.“

„Ich dachte, du willst mich nicht mehr.“

Seine Mutter setzte sich vorsichtig.

„Doch. Ich liebe dich. Ich habe nur vieles falsch gemacht.“

Tim senkte den Kopf.

„Schorsch kommt jede Woche.“

„Das habe ich gehört.“

„Der hat auch Angst. Aber er kommt trotzdem.“

Frau Berger schluckte.

„Dann ist Schorsch ein guter Mensch.“

Tim nickte.

„Ja.“

Er dachte kurz nach.

Dann sagte er:

„Du kannst auch wiederkommen. Aber du musst es wirklich machen.“

Seine Mutter nahm vorsichtig seine Hand.

„Das werde ich versuchen. Und wenn ich es einmal nicht schaffe, sage ich dir vorher Bescheid.“

Tim betrachtete sie.

Er umarmte sie nicht sofort.

Er sagte auch nicht, dass alles wieder gut sei.

Aber nach einer Weile schob er ihr das kleine Motorrad hin.

„Guck mal. Das hat Schorsch mitgebracht.“

Seine Mutter nahm es in die Hand.

Und hörte zu.

Als Schorsch davon erfuhr, war er zunächst ungewöhnlich still.

Heinz fragte ihn später in der Werkstatt:

„Was ist denn mit dir los?“

Schorsch schraubte an einem alten Fahrrad.

„Tims Mutter ist wieder da.“

„Ist doch gut.“

„Ja.“

„Klingst aber nicht so.“

Schorsch legte den Schraubenschlüssel weg.

„Ich weiß nicht, ob sie wieder verschwindet.“

Heinz zuckte mit den Schultern.

„Kann sein.“

„Der Junge hat genug durchgemacht.“

„Stimmt.“

Schorsch wischte sich die Hände an einem Lappen ab.

„Ich will nicht, dass er wieder enttäuscht wird.“

Heinz sah ihn einen Moment lang an.

„Schorsch, du kannst nicht jeden Menschen vor allem beschützen.“

Der alte Mechaniker antwortete nicht.

„Du kannst da sein“, sagte Heinz. „Mehr nicht. Aber das ist auch schon eine Menge.“

Schorsch nickte schließlich.

Er wusste, dass sein Freund recht hatte.

Sechs Monate nach jener Nacht im Krankenhaus durfte Tim die Station verlassen.

Die Behandlung hatte angeschlagen.

Seine Erkrankung befand sich vorübergehend in Remission.

Niemand sprach von Heilung.

Die Ärzte erklärten vorsichtig, dass weitere Kontrollen und Behandlungen notwendig sein würden.

Doch Tim durfte endlich wieder nach Hause.

Seine Mutter hatte inzwischen mit Unterstützung des Sozialdienstes gelernt, wieder verlässlicher für ihn da zu sein.

Nicht jeder Tag war einfach.

Aber sie kam.

Auch dann, wenn Tim schlechte Laune hatte.

Auch dann, wenn er nicht sprechen wollte.

Und an dem Tag seiner Entlassung stand sie neben seinem Rollstuhl.

Tim trug die blaue Werkstattjacke.

Sie war ihm inzwischen etwas enger geworden.

Als Marlene ihn durch den Ausgang begleitete, blieb er plötzlich stehen.

Vor dem Krankenhaus warteten fünfzehn Männer.

Diesmal nicht mitten in der Nacht.

Und diesmal hatte jeder von ihnen einen kleinen Schraubenschlüssel aus Pappe in der Hand.

Auf einer großen Holztafel stand:

Willkommen zurück, Chef!

Schorsch stand ganz vorne.

Neben ihm befand sich ein altes Motorrad mit Beiwagen, das die Männer sorgfältig restauriert hatten.

Tim riss die Augen auf.

„Ist das echt?“

Schorsch nickte.

„Echter geht nicht.“

„Darf ich mitfahren?“

„Nicht heute. Erst wenn deine Ärzte sagen, dass es geht. Und dann mit allem, was dazugehört.“

Tim sah ihn enttäuscht an.

„Aber irgendwann?“

Schorsch ging vor ihm in die Hocke.

„Wenn es für dich sicher möglich ist, fahren wir eine Runde.“

Tim betrachtete den Beiwagen.

„Versprochen?“

Schorsch lächelte.

„Versprochen, Chef.“

Dann sah Tim die anderen Männer an.

„Seid ihr wirklich alle gekommen?“

Heinz hob die Hand.

„Alle fünfzehn. Und Herbert hat ausnahmsweise seine Kaffeepause verschoben.“

Herbert schüttelte den Kopf.

„Das muss man mir erst mal nachmachen.“

Tim lachte so laut, dass einige Menschen vor dem Eingang stehen blieben.

Seine Mutter wischte sich eine Träne aus dem Gesicht.

Marlene stand daneben.

Sie wusste, dass Tims Krankheit nicht durch diese Männer verschwunden war.

Aber sie sah etwas, das genauso wirklich war wie seine medizinischen Befunde.

Ein Junge, der sich wieder auf etwas freute.

In den folgenden Monaten besuchte Tim die Werkstattfreunde, wann immer sein Gesundheitszustand es erlaubte.

Er bekam einen kleinen Arbeitstisch.

Daneben hing seine blaue Jacke.

Die Männer stellten ihm eine Kiste mit ungefährlichen Werkzeugmodellen und Bauteilen zusammen.

Schorsch brachte ihm bei, wie man Fahrradräder ausrichtete.

Paul zeigte ihm, wie man Holz richtig schleift.

Heinz erklärte ihm, warum man einen Schraubenzieher nicht als Meißel benutzen sollte.

Tim hatte darauf nur eine Antwort:

„Dann kauf dir halt einen richtigen Meißel.“

Die Männer lachten.

Manchmal saß Tim einfach auf einem Stuhl und schaute zu.

Manchmal half er eine halbe Stunde.

An guten Tagen wollte er gar nicht mehr nach Hause.

Seine Mutter brachte dann belegte Brote vorbei und musste ihn überreden, wenigstens eine Pause einzulegen.

Schorschs Frau Elke kam ebenfalls häufiger in die Werkstatt.

Anfangs hatte sie Angst gehabt, den Jungen kennenzulernen.

Er erinnerte sie zu sehr an Markus.

Doch eines Nachmittags fragte Tim sie, ob sie wirklich die Frau sei, die Schorsch immer sage, dass er zu viel Kaffee trinke.

Elke lachte.

„Das bin ich.“

„Dann hör nicht auf damit. Sonst wird er noch fauler.“

Von diesem Tag an brachte sie Tim jedes Mal einen Apfel mit.

Er behauptete, Äpfel seien für Mechaniker ungeeignet.

Sie brachte trotzdem welche.

Und er aß sie.

Einige Monate später verschlechterten sich Tims Untersuchungsergebnisse.

Die Krankheit war zurückgekehrt.

Die Ärzte besprachen weitere Behandlungsmöglichkeiten mit seiner Mutter.

Tim musste wieder häufiger ins Krankenhaus.

Schorsch erfuhr es von Anna.

Er stand gerade an seiner Werkbank, als sein Telefon klingelte.

Nachdem er aufgelegt hatte, blieb er minutenlang reglos stehen.

Dann setzte er sich auf den alten Hocker, auf dem früher Markus gesessen hatte.

Elke fand ihn dort.

„Was ist passiert?“

Schorsch sah sie an.

„Tim ist wieder krank.“

Sie setzte sich neben ihn.

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