45 Minuten wartete er vergeblich auf sein Blind Date – dann stand plötzlich ihre kleine Tochter vor ihm

Eine Frau, die offenbar einen ganzen Arbeitstag hinter sich hatte, trotzdem versucht hatte, dieses Treffen nicht einfach platzen zu lassen, und nun offensichtlich darauf vorbereitet war, abgewiesen zu werden.

Und plötzlich stellte Matthias sich sein Haus vor.

Die große Küche.

Den Esstisch für acht Personen.

Den niemand benutzte.

Die Stille beim Aufschließen.

Das Licht im Flur, das automatisch anging, obwohl niemand auf ihn wartete.

„Haben Sie beide schon gegessen?“, fragte er.

Anna sah überrascht auf.

„Nein.“

„Ich auch nicht.“

Das war zwar gelogen, denn er hatte bereits ein Stück Brot gegessen, aber Matthias beschloss, das könne man vernachlässigen.

„Dann essen wir.“

Anna sah ihn an, als hätte er gerade vorgeschlagen, gemeinsam nach Italien zu fahren.

„Mit Marie?“

„Es wäre schwierig, sie jetzt draußen zu lassen.“

Marie kicherte.

Anna schüttelte den Kopf.

„Matthias, Sie müssen das nicht tun.“

„Ich weiß.“

Er deutete auf die Tür.

„Aber ich möchte.“

Anna schwieg.

Matthias kannte diesen Ausdruck.

Er hatte ihn früher bei seiner Mutter gesehen, wenn jemand ihr unerwartet half.

Nicht nur Dankbarkeit.

Auch Misstrauen gegenüber dem Glück.

Als hätte das Leben einen gelehrt, dass gute Dinge meistens einen Haken haben.

„Nur wenn du willst“, sagte Anna zu Marie.

Marie hob beide Arme.

„Ich kann sehr gute Tischmanieren!“

Matthias öffnete die Tür.

„Damit bist du mir schon voraus.“

Drinnen brauchte die Bedienung einen Moment, bis sie einen passenden Kinderstuhl organisiert hatte.

Marie saß schließlich zwischen den Erwachsenen und legte ihre Serviette mit großer Sorgfalt auf den Schoß.

Anna betrachtete sie streng.

„Und?“

Marie flüsterte: „Ellenbogen runter.“

„Sehr gut.“

Matthias grinste.

Anna bemerkte es.

„Sie genießt das gerade viel zu sehr.“

„Ich auch.“

Dann kam die Speisekarte.

Marie bestellte Nudeln mit Tomatensoße.

„Aber bitte ohne die grünen Sachen oben.“

„Petersilie“, erklärte Anna.

„Grüne Sachen.“

Matthias bestellte Rinderbraten mit Kartoffeln.

Anna entschied sich für Fisch.

Als die Bedienung gegangen war, entstand kurz diese typische Stille eines ersten Treffens.

Nur dass diesmal ein vierjähriges Kind dabei saß und Hugo auf einem freien Stuhl thronte.

„Claudia hat mir nicht gesagt, dass du eine Tochter hast“, sagte Matthias schließlich.

Anna strich über den Rand ihres Wasserglases.

„Ich habe sie darum gebeten.“

„Warum?“

„Weil manche Männer bereits beim Wort Kind innerlich ihre Jacke anziehen.“

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